Jaja, die Kumpels und ihre Spielzeuge...

Ist schon ein paar Monate länger her, da taucht der Norbert Heinrichs bei mir mit sonem kleinen Spielzeugdingen auf. "Biber" sagt er, "günstig bei Ebay abgegriffen". Das Teil wollte er unbedingt in vernünftig bauen und dazu brauchte er meine Hilfe. Schwuppdiwupp war ich da an einem Projekt beteiligt in das auch Modellbaukollege Ralf Schmitz spontan involviert wurde da er extremes Interesse am Biber an den Tag legte. Ralf sollte sich im Verlauf des Projektes noch als echte Perle mit Ideen, Zähigkeit und Durchhaltevermögen outen. Sehr wichtig um ein Projekt voran zu treiben.

Wir haben uns ein paar Gedanken gemacht wie man das Boot wohl am besten trennen könnte und haben uns für die originalen Trennstellen entschieden. Im Zweifelsfall ist es immer sinnvoll sich mal die originale Boote anzuschauen und was die Konstrukteure sich damals so einfallen liessen. An den originalen Trennstellen wurden die einzelnen Sektionen des Bibers damals miteinander verschraubt. Diese Trennstellen wurden dann anschließend mit dünnwandigen Blechen abgedeckt, warum weiss der Teufel. Könnte gut sein das man damit die Schrauben abgedeckt hat damit sich niemand den Mantel daran aufreisst oder so, ich weiss es nicht. Genau hier wurde also der originale Rumpf getrennt nachdem wir eine Negativform bauten um mal zu testen ob das alles so funktioniert wie wir uns das gedacht hatten. Ich habe dann anhand der Schnittstellen einige Scans gemacht und die passenden Frästeile dazu erstellt. Die passten dann auch ganz gut und Ralf hatte ein paar Wochen später seinen Dampfer im Wasser. Ich selbst hatte mir auch nen Rumpf gezogen und erstmal auf Seite gelegt, ist ja auch nicht so wirklich mein Boot... Ralf ist dann bei diversen Gelegenheiten mit dem Kahn rumgefahren und ich war dann doch erstaunt wie gut das Boot fährt. Irgendwann hat er es aus finanziellen Gründen kurzfristig verkaufen müssen, wollte aber auf jeden Fall nach Ende des Engpasses wieder einen Biber auflegen. Glücklicherweise war dieser dann schnell am Ende und Ralf bestellte einen Satz Frästeile. Da ich noch reichlich passende Teile rumliegen hatte entschied ich mich einen eigenen Biber zeitgleich dazu zu bauen. Ist auch mal eine nette Gelegenheit gewesen die Passgenauigkeit meines Krams zu testen.Ralf und ich entschlossen uns den Biber in einigen gemeinsamen Freitags/Samstagssitzungen zu bauen. Diese Sitzungen erwiesen sich als erfreulich fruchtbar, innerhalb weniger Stunden waren die Rümpfe laminiert, getrennt und erste Spanten eingeklebt. Ich hatte in der Zwischenzeit die Kolbentanks so weit vereinfacht das nahezu alles gefräst werden konnte. Der Zusammenbau derselben artete dann auch schon fast zu einer Fließbandproduktion aus. Irgendwann hat dann auch Norbert Heinrichs begonnen seinen Biber weiter zu bauen. Im Gegensatz zu uns hat er einige Details anders gelöst: Der Bug meines eigenen Bibers ist mit vier Schrauben mit dem vorderen Verschluss verschraubt und kann bei Bedarf abgenommen werden. Den Zugang zur vorderen Verschlussschraube erhalte ich durch ein Loch unterhalb der Nase. Von da aus bis kurz zur Schraube wird der Steckschlüssel durch ein eingeklebtes Messingrohr geführt. Norbert hat eine Art Sicherungsstift der als Hebeauge getarnt ist. Sobald dieser Stift gezogen wurde kann man den Bug abnehmen und hat dann Zugang zur Verschlussschraube.Sehr gut ist ihm die Detailliertung des Tiefen- und Seitenruders gelungen. Wir waren vor einiger Zeit im Museum in Overloon, Niederlande. Ist nicht weit von uns entfernt. Dort ist ein Biber ausgestellt und wir mussten zu unserer Verwunderung feststellen das die größten Teile der Ruderanlage aus Holz waren. Diese Teile sind nun nicht mehr existent, aber die verbliebenen Fragmente sind eindeutig aus Holz. Norbert hat also aus den VollGFK Rudern Teile ausgeschnitten und durch Holz ersetzt. Nur ein kleiner Rahmen ist stehen geblieben um dem Ganzen etwas Stabilität zu verleihen. Auf dem Holz wurden mit einem kleinem schwarzen Stift Nieten imitiert und das Ganze dann ordentlich lackiert. Sieht sehr gut aus, ich selbst habe auf diese Detaillierung verzichtet. 

Im Heck existiert ein Schott welches den Druckkörper nach achtern abschliesst. Da hindurch führen die Anlenkstangen. Weil mir die Fummelei durchs ganze Heck zu mühselig war habe ich mein Heck direkt nach der letzten Schweissnahtimitation abgeschnitten. Zur Befestigung wurden 4 Laschen aus stabilem GFK eingeklebt auf die das Heck gestülpt und verschraubt wird. Norbert hat hingegen eine Wartungsluke in den frei durchfluteten Bereich eingebaut durch die er Zugriff hat. Auch hier ist der Öffnungsmechanismus als Hebeauge getarnt. Wie man also die Gegebenheiten ausnutzt und umsetzt bleibt einem vollkommen selbst überlassen, der Rumpf ist da recht flexibel. Ansonsten wurden von Ralfs erstem Rumpf bewährte Technik eingebaut. Regler und Motor sind ein bürstenloses Gespann aus dem Hause Robbe. Das eingebaute BEC im Regler reicht locker für die beiden HS81 Servos die aus Seite und Tiefe liegen. Bei diesem Boot habe ich auf einen Tiefenregler verzichtet. Durch einen Deal hatte ich noch einen Lageregler von Christian Feldmann über der neben einer Tauchtanksteuerung gleicher Herkunft hervorragend glänzte. Gesteuert wird das Ganze von einem Schulze Alpha.Auch in Puncto Stromversorgung habe ich mich an Ralfs Boot orientiert. Im Kiel liegen ausser einem fetten Stück Blei noch 3s2p A123 Zellen. Diese neuartigen Zellen werden auch LiFePo Zellen genannt und sind auf Lithium Basis. Im Gegensatz zu den bekannteren "Suppentüten" sind diese Zellen aber wesentlich robuster und können auch mal eine Tiefentladung verkraften. Der Akku hat in dieser Konstellation 9,9 Volt und 4600mAh. Dank der neuen Technik sind die Zellen schnelladefähig, den Pack lade ich mit meinem 0720 Hyperion mit 20 Ampere und bin dadurch in gut einer Viertelstunde wieder einsatzbereit. Da ich auf den magnetischen Ein/Ausschalter verzichten wollte habe ich mir folgende Lösung ausgedacht: Die zentrale Verschlußschraube ist von der Länge her so dimensioniert das sie nur beim kompletten reinschrauben einen Microschalter betätigt. Ich muss also das Boot komplett verschrauben damit es funktioniert und ich muss es nach der Fahrt aufschrauben damit es abgeschaltet wird. Das spart wieder eine elektronische Komponente und nach der Fahrt kann das Boot ablüften bzw sich der O-Ring entspannen. Keine ganz so dumme Idee fand ich auf den zweiten Blick und ausserdem ist es wieder ein Beitrag zur Vereinfachung durch simples Weglassen. Ist schon abenteuerlich was sich manche Leute einfallen lassen um ihr Boot einzuschalten, dunkel kann ich mich an einen Kollegen in einem Forum erinnern der das Ganze sogar über einen Mikroprozesser regeln wollte. Kann man machen, muss man aber nicht...Das Kabelbäumchen habe ich noch mit Wachsschnur abgebunden um die Kabel ein wenig zusammen zu halten. Ich hatte das mal in der Lehre gelernt, aber diese Art Kabel zusammen zu halten lange Zeit vergessen. Irgendwann habe ich mich wieder daran erinnert und aus lauter Frust darüber das Kabelbinder nicht immer der Weisheit letzter Schluß sind, mir eine Rolle Garn besorgt. Das Garn ist sehr stabil und mit Wachs getränkt, dadurch rutscht es nicht so einfach. So abgebundene Kabelbäume haben eine erstaunliche Eigenstabilität und ausserdem sieht es besser aus als Kabelbinder. Nachteil ist natürlich, das in einem sauber abgebundenem Kabelbaum kein Kabel mal eben beigesteckt werden kann. Er muss dann aufgetrennt und später neu abgebunden werden.Zurück zum Rumpf. Ein bisschen gurkig ist der Übergang von den Verschlussringen auf den Rumpf. Dadurch das der Querschnitt pilzförmig und sehr eng kalkuliert ist (maximaler Durchlass des Technikgerüstes) muss man an einigen Stellen natürlich wegschleifen um den Ring anzupassen. Um das alles später zu kaschieren habe ich aus dünnem Platinenmaterial schmale Streifen geschnitten die über die Stosskante geklebt werden. Dadurch werden die originalen Abdeckungen imitiert.Ein wenig fummelig war die Anlenkung des Tiefenruders. Ich habe alle korrespondierenden Hebelarme so gewählt das sie identisch lang sind. Leider habe ich nicht bedacht das der Hebelarm am Tiefenruder nur einen kleinen Winkel macht, dadurch wurden kleinste Ansteuerungen am Sender zu Riesenausschlägen am Ruder. Mit Servowegbegrenzung am Sender war es nicht getan da der Lageregler viel zu stark aussteuerte. Der lange Teil des l- förmigen Umlenkhebels wurde also verkürzt und ebenfalls der Anlenkpunkt am Tiefenruder selbst vergrößert. Dadurch konnte ich den Servoweg von Anfangs ganzen 19% wieder auf fast 100% erhöhen.

Details

Ein Boot in diesem Massstab bietet reichlich Platz für Details, der Verwendungszweck tut da ein übriges. Wenn man sich mal die Bilder eines existierenden Bibers anschaut oder in irgendeinem Museum mal vor einem steht, dann sieht man das die Dinger alles andere als homogen und gepflegt waren. Kein Biber hat wie der nächste ausgeschaut, hier ist also auch eine bunte Spielwiese für eigene Kreationen. Ob der Knick im Auspuff nun rund war oder eckig oder ob es da einen Flansch gab oder nicht, ist völlig Hupe. Ich kann mir gut vorstellen das die zu dem Zeitpunkt einfach das genommen haben was da war und wenn Bögen verfügbar waren dann wurden die halt genommen anstatt ein Rohr auf Gehrung zu sägen.Der Auspuff wurde auf die Schnelle aus Alurohr gemacht das auf Gehrung gesägt wurde. Die beiden Enden wurden mit Endfest verklebt und nach dem Aushärten auf Länge gesägt. Anschließend habe ich noch schnell einen runden Flansch gezeichnet und eine Handvoll davon gefräst. Die bilden nun den Übergang des Auspuffs in den Rumpf und die Trennstelle im waagerechten Teil des Auspuffs. Nachdem der erste Auspuff an der Klebestelle trotz Endfest genau 23 Millisekunden gehalten hat, wurde im Zweiten genau im Knick ein gebogenes Stück von einer M4 Schraube eingelegt bevor die Hälften verklebt wurden und nun hält es bombig.Die Scheiben im Turm wurden aus eine PET Flasche ausgeschnitten. Die Wandstärke war angenehm dünn und konnte problemlos mit der Schere geschnitten werden. Nachdem die Scheiben auf Maß gebracht wurden konnten sie mit Sekundenkleber in den angepassten Turm geklebt werden.Der Turm selbst wurde aus Resin getaumelt. Am Urmodell wurden ein paar Details angebracht die sich beim Abformen mit Resin hervorragend abzeichnen. Wir haben wieder mal mit wertvoller Hilfe von Norbert Brüggen eine Silikonform erstellt und nach kurzem Versuch die richtige Menge Resin zum taumeln des Turms ermittelt. Das Resin wird einfach in die Silikonfom gegossen und mit einem Stück Rohr verschlossen. Das Rohr hat den gleichen Durchmesser wie der Biber sodass der Fuß des Turms direkt die richtige Rundung hat. Ich habe meinen Turm zusätzlich mit gekürzten kleinen Messingnägeln verziert, sie sollen Nieten imitieren. Der originale Turm wurde zwar mit Senkkopf Schlitzschrauben montiert, aber die Nieten sehen kerniger aus und sind auch geldbeutelschonender. Bekommen habe ich die Nägel in einem Paket zu 300 Stück im Baumarkt für kleines Geld. Besser wären richtige Eisennägel gewesen, aber die hatten einen zylindrischen Kopf und keinen pilzförmigen.Aussen am Boot gibts auch noch zwei Ablaufschienen in denen die Torpedos eingehakt wurden. Diese Schienen sind aus Messing U-Profil von Conrad. Dieses U-Profil wurde mit passend geschnittenen Abstandsbolzen festmit dem Rumpf verschraubt und verklebt. Es empfiehlt sich diese Klebungen sehr sorgfältig zu machen damit kleinere Rempler nicht direkt ein Loch in den Druckkörper reissen. An der hinteren Trennstelle ist die Schiene unterbrochen. Damit beim zusammenschieben des Rumpfes die beiden Scheinenteile eine Verbindung haben, ist an dem hinteren Stück der Ablaufschiene ein kleines rechteckiges Messingrohr eingelötet welches in den vorderen Teil der Schiene eingreift, ähnlich wie es bei Modelleisenbahnschienen der Fall ist.Als kleine optische Ablenkung wurde in den halbrunden Aussparungen des Druckkörpers jeweils rechts und links Leisten aus Holz eingeklebt. Sie sollen im Original zum Schutze der Torpedos dienen damit sie nicht direkt an den Bootskörper schlagen. Die Leisten wurden mit Sekundenkleber getränkt, vorsichtig mit Aktivator besprüht und anschließend angeschliffen. Danach wurden die Leisten mit reichlich Kleber auf den Rumpf geklebt und später drumherum lackiert. Sieht fast wie Mahagoni aus.Kurz vor der Jungfernfahrt in Großbeitenbach habe ich den Turm von innen ausgeschliffen und geschwärzt. Nachdem er kurz ausgerichtet und aufgepunktet war erfolgte noch die Montage des Auspuffs. Als kleines Gimmick überlegte ich mir, den Turmlukverschluß nachzubilden. Ich hab also den Verschluß zuerst gezeichnet und dann die notwendigen Teile gefräst. Ist zwar nicht ganz original, sieht aber deutlich besser aus als ein einfacher Hebel der arretiert. Tatsächlich war es ein einfacher Griff der das Turmluk verschloss. Dort wo mein Verschluß sitzt hatte das Original ein zusätzliches Fenster eingebaut.

Erste Fahrt

Die erste Fahrt sollte in Großbreitenbach stattfinden. Ich hatte das Boot zwar in der Duschtasse auf Dichtigkeit testen können, allerdings ging das nur ohne Bug da das Boot dann nicht mehr in die Duschtasse passte.Kaum in GBB angekommen wurde das Boot im Nieselregen und einsetzender Dämmerung ins Wasser gesetzt. Das Boot war ein wenig buglastig, krängte nach Backbord und hatte noch zuviel Restauftrieb, beides wurde am nächsten Tag behoben. Der Empfang war nicht so dolle, das lag aber an der zusammengeknüllten Antenne die zudem auch noch auf dem Pumpenmotor lag. Ich habe sie dann provisorisch mäanderförmig auf den Tauchtank geklebt und schon war der Empfang deutlich besser. Ansonsten fuhr das Boot auf Anhieb wie an der Schnur gezogen. Für meine Kinder habe ich senderseitig einen Schalter programmiert mit dem die Drehzahl des Propellers auf 50% begrenzt wird. Nette Sache, vor allem können die das Boot bei einem Steuerfehler nicht direkt wieder in die einzelnen Bestandteile separieren. Trotzdem mussten wir einen abgefahrenen Turm bergen (okok, der war auch nur provisorisch mit Sekundenkleber angepunktet), einen abgerissenen Auspuff einsammeln (ebenfalls mangelhaft geklebt) und ein verzogenes Tiefenruder neu gerichtet werden. Bei letzterem hat sich übrigens das Baukonzept bewährt, der Träger der das Tiefenruder hält hatte sich nur in den Stellringen verdreht und konnte von Hand wieder ausgerichtet werden. Ein Schaden war nicht zu verzeichnen.Ein sehr großes Manko des Bootes war allerdings die ziemlich große Undichtigkeit an beiden Verschlussringen. An allen Ecken und Enden blubberte es und soviel ich auch die Verschlußschraube anzog, es blies munter weiter. Sauerei, alle fahrenden Boote waren absolut dicht und ohne Probleme, nur ausgerechnet mein Eigenes musste sprudeln wie ein Aquariumsstein. Eine mangelhafte Klebung zwischen Ring und Rumpf war nicht auszumachen, es musste also an den Ringen selbst liegen. Bei genauerer Betrachtung fiel dann auch auf das etwas Kleber auf die Dichtfläche gekommen war in der der O-Ring liegt. Leider führten auch dickere O-Ringe erstaunlicherweise nicht zum Erfolg. Die einzige Chance war dann noch der komplette Austausch der Ringe selbst, das sollte aber ein Job für den kommenden Holland Urlaub werden.Trotz allem war es eine sehr gute Basis auf der man aufbauen konnte. Ich habe den Biber dann erstmal nicht mehr genutzt und entsprechende Vorbereitungen getroffen damit in Holland alles repariert werden konnte.Der diesjährige Hollandurlaub in großer Runde (Kinder mit gerechnet waren wir mit 17 Personen) bot wie jedes Jahr Gelegenheit zum basteln. Dieses Jahr mehr als sonst, da durch die hohe Zahl der Personen Frau und Kinder anderweitig zu beschäftigt waren um mich vom Wesentlichen abzulenken. Alles stand also im Zeichen des Bastelns und Fliegens.Als erstes wurden aus dem Biber die alten Ringe entfernt. Beim vorderen war das ja noch ne einfache Sache da er nur abgeschraubt werden musste. Die Haltewinkel für das Bugteil und die Verschlußschraubendichtung wurden mit einem beherzten Schlag mit dem Hammer einfach abgeschlagen und von großen Kleberesten gesäubert und neu angerauht. Auf den neuen Verschluss wurden die Teile nach groben ausrichten neu angeklebt und der Kleber mit dem Föhn getrocknet.

Der Dichtring im Heck war dann doch etwas aufwändiger. Man konnte glücklicherweise erkennen wo der Ring genau aufgeklebt wurde, also habe ich kurzerhand mit einer Diamantscheibe den undichten Ring rausgetrennt und die Klebestelle grob von Kleberesten gesäubert. Das ging mit dem Dremel erstaunlich flott. Da die Gegenstücke der Dichtringe, die Dichtflächen selbst, noch am Mittelteil klebten, waren auch die neuen Ringe schnell ausgerichtet und waren bereit zum anpunkten mit Sekundenkleber und Aktivator. Nach kurzer Zeit war dann auch der neue Ring im Heck eingebaut und die zwischenzeitlich einsetzenden sommerlichen Temperaturen, beschleunigt durch den Haarföhn unserer Nachbarin Katja, sorgten dafür das die Klebestelle des Rings keine 10min brauchte um fest zu werden.Schnell wurde noch ein Blitzventil in den vorderen Deckel eingebaut um die Dichtigkeit zu prüfen. Ein übersehenes Loch in der Klebenaht konnte so schnell identifiziert und eliminiert werden.Tadaaaa, Boot ist dicht! Endlich!!!Noch am gleichen Abend fuhren Ralf Schmitz und ich zu einem nahegelegenen Tümpel um das Boot auzuprobieren.Was für eine Drecksbrühe. Kaum unter Wasser war das Boot nicht mehr auszumachen, keine Chance. Ich konnte wohl feststellen das es ein klein wenig zu buglastig war, ich muss wohl versehentlich die falschen Gewichte vorne eingebaut haben.Auf jeden Fall wurde die bestandene Probefahrt als Anlass dazu genutzt den Rumpf weiter zu schleifen und zu spachteln. Ich wollte wohl nicht alle Macken spachteln und schleifen, sondern noch einige Beulen stehen lassen da in diesem groben Massstab doch größere Blessuren zu sehen sind und ich ein steriles Boot nicht haben wollte. Im Heck gibt es eine Stelle die arg eingedrückt ist. Muss wohl beim entformen passiert sein. Üblicherweise würde ich soetwas wegspachteln und schleifen, aber hier sieht es "gebraucht" aus, und das gefällt mir. Eigentlich wollte ich einen ähnlich verunglückten Turm benutzen der beim Taumeln an eingen Stellen etwas wenig Resin mitbekommen hat. Leider waren die Stellen zu dünn als das man etwas brauchbares draus hätte machen können und so hab ich einen "normalen" genommen.Als letzte Taten wurde das Boot noch lackiert und mit Periskopen versehen. Die Lackierung hatte ich zuerst mehrfarbig gewählt. Auf einem dunklen Grau wurden weisse Streifen mäanderförmig mit der Airbrush Pistole aufgetragen um eine Camouflage Lackierung zu imitieren. Komplettiert wurde das Ganze durch dezent aufgetragenen Rost. Gefiel mir anfangs recht gut, nachdem ich aber die dick mit Pinsel lackierten Biber von Ralf und Norbert gesehen hatte wurde auch hier dick Kunstharzfarbe aufgetragen. Es sieht in dem Maßstab einfach besser aus. Airbrush ist irgendwie zu sauber...Nachdem ich nun schon seit einigen Monaten mit diesem Boot durch die Gegend fahre muss ich sagen, das es ein sehr gutmütiges Boot ist. Es funktioniert einfach immer, Probleme gibts nicht. Das liegt eindeutig am einfachen und robusten Aufbau. Auf dem U-Boot Treffen Kaiserslautern hatten wir dieses Jahr erstmals die Gelegenheit in kleinem Rudel Patrouille zu fahren. Ralf, Norbert und ich waren schon gespannt wie sich die Boote in dem glasklaren Wasser verhalten würden, immerhin sah man die Dinger nun zum erstenmal nach Fertigstellung ohne Schmutzschleier irgendwelcher Tümpel. Norbert hatte seine erste Wasserung überhaupt, bisher war er auf allen vorhergehenden Treffen verhindert gewesen. Alle drei Boote fuhren einwandfrei und ohne pendeln. Ich habe mich sogar mit dem Boot ins Sprungbecken getraut. Der Rumpf ist durch seine Form ja alles andere als druckstabil, ich habe mir da doch ein paar Gedanken gemacht das er unten bleiben würde. Aber meine Bedenken waren grundlos, die knapp 5m überstand er ohne Blessuren und ohne Wassereinbruch. Sehr gut. Man konnte zwar merken das der Auftrieb abnahm, aber das ist bei dieser ungünstigen Bootskörperform auch nicht anders zu erwarten. Der großzügig dimensionierte Tauchtank hat genug Reserven um das zu kompensieren. 


Ein Wort zu den Torpedos

Beim Design des Tauchtanks haben wir direkt den fehlenden Auftrieb der beiden abgeschossenen Torpedos mit einbezogen. Da es festes Ziel ist die Torpedos zwar zuerst als Dummy unter zu hängen, aber schließlich doch fahrbereit zu machen, werden die mit leichtem Auftrieb getrimmten Torpedos nach Abschuss dafür sorgen das der Biber selbst größeren Abtrieb hat. Dies ist also leicht über den Tank zu kompensieren.Die Torpedos werden im Endausbau voll funktionstüchtig sein. Dank der Miniaturisierung und den immer weiter fallenden Preisen für die nötigen Komponenten, ist es kein Problem mehr einen komplett ferngesteuerten Aal für relativ kleines Geld zu bauen. Der Motor wird ebenfalls bürstenlos sein, wobei der entsprechende Regler durchaus nur "vorwärts" laufen darf. Zwei Microservos passen ebenso ins 53mm Rohr wie eine Lageregelung, vernünftige Akkus und Empfänger. Man könnte sich fragen warum dieser Aufwand getrieben werden werden soll. Nun, wenn ich schon einen schnell fahren Torpedo baue, dann möchte ich auch bestimmen wohin er fährt. Ich stelle mir den krönenden Abschluss einer Fahrt nicht in einem anderen Boot steckend oder im Schlick des Bodens verfangen vor. Der Torpedo soll trotz Geschwindigkeit immer noch steuerbar sein und keine anderen Boote gefährden. Man könnte sogar einen einfachen Kolbentank, bestehend aus einer Blasenspritze und mit Getriebemotor angetrieben, vorsehen, der Platz ist dank Lipo Akkus vorhanden. Damit der Aal sich nicht im Wasser dreht wird ein gegenläufiger Antrieb eingebaut so dem ich mir schon meine Gedanken gemacht habe. Einen ersten Prototypen hat Enno Kansy schon auf dem Treffen in Werne dabei gehabt. An einigen Stellen muss noch gefeilt und vereinfacht werden, aber ansonsten sehr vielversprechend. Damit die beiden Aale auch mit der gleichen Fernbedienung gesteuert werden können habe ich mir ebenfalls schon was ausgedacht. Man darf gespannt sein...

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