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Vielleicht erinnert sich der Ein oder Andere noch an den "Stroep". Das war ein kleines Forschungsuboot, das wir im Heft 52 und 53 vorgestellt haben. Erfunden wurde es damals von Marc Trumpner und Raf Janssens aus Belgien. Marc erzählte mir damals, dass er im Baumarkt arbeitete und dabei auf PVC Fittings gestoßen war aus denen Raf und er letztendlich dieses Minimalboot gebaut haben. Ich fand das Ding damals schon knuffig und war beeindruckt, was die Jungs da ohne größere Hilfsmittel und Werkzeug gebaut haben. Vor ein paar Wochen hab ich mich dann nach einer Überdosis Stroep in Gangelt und Mol aufgemacht und mir die Teile zum Bau gekauft. Dummerweise gibt's das Zeugs anscheinend nur in Belgien und Holland, vergleichbares konnte ich hier in keinem lokalen Baumarkt ausmachen. Also bin ich nach dem letzten Samstag Treffen in Mol zum Gamma (Baumarkt) gefahren und hab da mal auf Verdacht Rohre und Fittings eingekauft.

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Natürlich, wie sich später herausstellte, viel zu viel und teilweise falsch. Naja...
Zuhause angekommen wurden die Teile erst mal gesichtet und dabei festgestellt, dass ich den falschen 90° Bogen gekauft hatte. Der war aber äußerst wichtig, also wurde am nächsten Tag (ja, Sonntags haben die Baumärkte in Holland auf!!) das fehlende Zeugs geholt. Glücklicherweise musste ich nicht bis nach Mol fahren, in Roermond (30km von mir) hatten die die Brocken auch.
Und so konnte ich Sonntags abends schon meinen Stroep auf eigene Kufen stellen. Zuerst noch alles nur lose, aber das Grundgerüst stand. Der Rumpf besteht aus einem 110mm PVC T-Stück mit drei Klebeflanschen. Das ist wichtig, Marc und Raf hatten nur zwei Klebeflansche und mussten die dritte Seite mit dem Heissluftfön erwärmen und aufweiten. In die Klebeflansche habe ich Endstücke mit Schraubverschluss eingeklebt. Die Kufen bestehen aus einem 90° Bogen mit 2 Klebeflanschen und einem T-Stück mit 3 Klebeflanschen. Diese werden auf DN32 PVC Rohr mit einem gelartigen PVC Kleber verklebt. Hält Bombe! Ich habe mich bei der Positionierung so ungefähr ans Drehbuch von 2013 gehalten, viel kann man da nicht falsch machen.

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In den Kufen werden die Akkus untergebracht. Da ich eine Abneigung gegen NiMh habe, habe ich mich für LiIon entschieden. Meine Lieblingsakkus ließen sich leider nicht in den Kufen unterbringen, das fehlten 2-3mm um die Akkus zu verkabeln. Also wurden bei NKON 6 Stück 21700 Akkus bestellt. Davon kommen je drei in die Kufen. Die Verkabelung kommt über den 90° Bogen in den Rumpf, dort werden die parallel geschaltet. Zusammen sollten die etwas um die 10Ah haben, das reicht für nen Nachmittag.
Im "Turm" wurde noch eine Kuppel aus einer Überwachungskamera eingebaut. Der Schraubdeckel wurde auf der Drehbank ausgedreht und die Kuppel eingesetzt nachdem sie auf Maß geschnitten war. Ist erst mal nur mit Sekundenkleber verklebt, später kommt da ein Wundermittel aus Holland drauf, das heißt TEC7 und ist wohl ein Polyurethanprodukt zum verkleben und abdichten. Die Holländer/Belgier schwören da drauf. Wenn alles, was mit TEC7 verklebt werden muss, verbaut wurde, dass brech ich die Kartusche an, wer weiss wie lange das Zeugs hält...

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Es stand die Frage an, was da für eine Tauchtechnik da rein soll. Einige fahren das Boot mit Tauchsack, einen Tauchtank hab ich bisher nur in Form einer modifizierten Spritze gesehen. Ich wollte da einen meiner eigenen Tanks einbauen, also hab ich mir überlegt, wie und was ich da für Dingen rein bekomme. Es wurde ein 80mm Tank mit einem Nutzvolumen von ca. 160ml. Da das nicht viel ist und das Ganze möglichst fein geregelt werden sollte, hab ich 8 Magnete ins Zahnrad eingebaut und durch Verwendung von einem anderen Sensor eine Auflösung von 45° anstatt 90°. Die selbstgebaute Tauchtankelektronik ist vollelektronisch und ein Prototyp mit Anfahr- und Bremsrampe. Später soll da noch ein Drucksensor für eine statische Tiefenregelung mit dran, aber erst mal der Reihe nach.

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Der Tank sitzt hochkant im Boot. Da ich da sonst nicht mehr ran komme habe ich den Motordeckel über einen Bajonettverschluss arretiert. Der Tank selbst steht auf einem halbrunden Fundament und ist fest mit dem Boot verklebt. Da es dort keine Teile gibt, die kaputt gehen können, hab ich mir das mal erlaubt. Mit einer kurzen Drehung ist die Tankmechanik entnommen und kann gewartet werden.

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Nun war es Zeit für die Antriebsmotoren. Ich hab da irgendwas aus der Kramkiste genommen was noch am Lager war. Auserwählt wurden 4 Chinamotoren mit 1000UpM/V. Vermutlich völlig übermotorisiert, aber ich wollte nichts Neues kaufen. Für die Motoren habe ich einen 35mm 5-Blatt Propeller entworfen der mit 2 M2 Schrauben direkt auf die Motoren aufgeschraubt wird. Die Motoren sitzen in Kortdüsen, zwei nach hinten und zwei nach unten. Das originale Stroep Design sieht nur zwei Motoren zum Vortrieb vor, in der Z-Achse wird mit Tank manövriert. Das wollte ich nicht, außerdem sollten die Motoren und Props geschützt werden. Die Kugellager der Motoren werden später nach jeder Fahrt mit Silikonspray imprägniert und die Motoren gut getrocknet. Dazu habe ich die Sprengringe der Wellen entfernt, somit kann der Rotor samt Propeller einfach vom Motor abgezogen und gewartet werden. Zum Ansteuern benutze ich 4 BL-Heli32 Regler die ich noch hatte. Eigentlich viel zu schade dafür, wenn ich da mal günstig drankomme nehme ich einen Vierfachregler von den Drohnenjungs. Bis dahin müssen die BL-Heli glänzen.

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So ein Forschungsboot braucht für die Erforschung von Offshore Gebieten, Windparks und Ölplattformen, Ententeichen und Freibädern natürlich auch eine Kamera. FPV war nicht angedacht, ich wollte da nicht mit soner Brille am Freibad in der Ecke sitzen. Also was fest installiertes. Da ich die schlanke Linienführung des Bootes und die Hydrodynamik nicht empfindlich stören wollte, hab ich mich für eine Lösung innerhalb des Druckkörpers entschieden. Das vermeidet auch die latente Gefahr, die Kamera zu verlieren weil der Halter versagt. Hatte ich mal bei meinem 17g, auf dem Video konnten man später schön sehen, wie die Kamera nen Abgang machte und zu Boden trudelte. Glücklicherweise wurde die gefunden, muss aber nicht immer so sein...
Die Wahl fiel nach kurzer Recherche auf eine DJI Action Cam 5 pro, die sollte den am längsten haltenden Akku haben und außerdem noch einen eingebauten Speicher. Perfekt. Die Tatsache, dass die Kamera den Wert des Bootes mehr als verdoppelte, hab ich dann mal dezent zur Seite geschoben. Sowas ist ja was fürs Leben...
Die Kamera wurde einen Tag später geliefert und konnte direkt vorne im Bug Platz nehmen. Dazu habe ich einen Halter mit Schwalbenschwanz gedruckt, in dem die Kamera perfekt hinein passte. Damit die Linse, welche bei diesen Kameras zumeist aussermittig sitzt, so weit wie möglich in die Mitte kommt, wurde die Kamera an den linken Rand des Halters geschoben. Leider hatte ich jetzt nur noch getönte Dome, also ran damit. Der vordere Deckel wurde ausgedreht und der getönte Dom zusammen mit einem Kragen aus einem Druckteil aufgeklebt. Sah alles sehr gut aus. So gut, dass ich den Dom im Turm ebenfalls durch eine getönte Version ersetzt habe. Also quasi die Maybach Edition im Stroep Design mit getönten Scheiben. Erfreulicherweise konnte man den getönten Dom im Video oder Bild überhaupt nicht erkennen, das Bild war minimal dunkler geworden, was sich durch die Kameraeinstellungen aber hervorragend anpassen ließ. Die Kamera lässt sich über WLAN mit dem Handy verbinden, sehr komfortabel. Somit können die daten von der Kamera gezogen werden oder man kann die Kamera damit steuern. Irgendwie besser als meine also GoPro1...

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Hier war jetzt erst mal Schluss, der diesjährige Jahresurlaub stand an. In der Zwischenzeit sollten dann auch mal die Akkus von NKON da sein.

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