TR1700

WIE ES BEGANN ...

Als ich Manfred Schröder das erste Mal sah, hatte Er ein recht kompaktes Boot, die TR1700, mit dem Er sich die Zeit in Barsinghausen vertrieb. "Tolles Boot", dachte ich. Da ich leider nicht der Meister

im Formenbau, und Manni noch keine brauchbare Form hatte, blieb das Boot erstmal unerreichbar. Irgendwann allerdings erwähnte Manni das Er jetzt eine Form gemacht hätte, und auch Teile verkaufen würde. Da ich allerdings andere Projekte hatte, und Manni auch "ordentlich" Geld haben wollte, ließ ich erstmal davon ab. Beim Treffen in Sinsheim konnte ich Manfred zu einem Deal überreden indem ich Platinenmaterial gegen GFK Teile tauschte. Da ich aber wieder neue Projekte hatte blieben die GFK Teile erst mal liegen. 

JETZT ABER!

Nachdem einige der Projekte abgeschlossen wurden, konnte ich mich dazu durchringen mit dem Boot anzufangen. Der Vorteil dieses Bootes ist das großzügige Platzangebot und die kompakte Bauform. Hinzu kommt ein günstiger Preis. Zuerst wurde das mittlere Rohr besorgt. Es ist ein Abflußrohr mit einem Durchmesser von 125 mm. Passend dazu habe ich aus PVC Vollmaterial die Dichtringe gedreht. Bei diesem Boot wollte ich keinen Bajonettverschluß üblicher Bauart einbauen. Hier sollte ein primitives Bajonett eingebaut werden, welches mit Zapfen und Schlüsselloch ähnlichen Aussparungen arbeitet, zum Einsatz kommen. Dieses wurde allerdings nach einigen Tests aus unterschiedlichen Gründen verworfen. Der Technikrahmen besteht aus 4 Pertinaxscheiben, welche mit 4*M5 Gewindestangen zusammengehalten werden. Dieser Technikrahmen ist mit dem hinteren Verschlußring verschraubt, und kann bei Bedarf abgenommen werden. Als Tank hatte ich zuerst einen 1000 ml Kolbentank vorgesehen. Da dieser Tank allerdings zuviel Platz beanspruchte, habe ich einen 800 ml. Tank eingebaut. Dieser Tank ist selbstgebaut. Angesteuert wird der Tank von einem 2 Kanal Schalter, welcher in der ersten SONAR vorgestellt wurde. Der Schalter ist ebenfalls selbstgebaut, und verfügt über Fail Safe und Wasserfühler. Unterhalb des Tanks sind die 10 Akkus angeordnet, die durch einen Getriebemotor um 6 cm verschoben werden können. Zuerst hatte ich für diese Aufgabe ein Hochlastservo verwenden wollen, aber es war mit dem zu Verfügung stehenden Platz einfach nicht unterzubringen. Also wurde die Getriebemotor / Gewindespindel Lösung gewählt. Auf die proportionale Ansteuerung kann man auch verzichten, da der Akku sowieso nur einmal verstellt wird und dann an der Stelle bleibt. Zur Sicherheit hab ich 2 Endschalter eingebaut. Angesteuert wird das ganze von 2 Kanälen eines 16 Kanal Schalters, der bei mir in jedem Boot mit drin ist. Da ich mir diese Platinen selbst herstelle, brauche ich nicht auf teure Fertiglösungen zurückzugreifen. Des weiteren habe ich einen Selbstbau Prozessorregler für den Motor, und einen Tiefenregler von Nils Brakmann eingebaut. Für die Wahl der Servos habe ich mich nur beim Tiefenruder für ein höherwertiges Servo entschieden. Als Empfängerakku habe ich 5* 2,8 Ah Zellen vorgesehen. Da der Platz dort zur Verfügung stand, wurden die Zellen in der Bugnase untergebracht. Weil ich eine recht kleine Fahrbatterie habe, entschied ich mich gegen ein BEC System zur Spannungsversorgung. Ein separater Empfänger Akku sorgt hier für zusätzlichen Strom im Boot und für weniger Störungen. Der Motor ist ein drehmomentstarker Motor von Conrad der noch bei mir in der Kiste war. Über eine Hochlastkupplung gehe ich auf eine 6mm Edelstahl Achse. Die ist an 2 Stellen kugelgelagert und mit einem Simmerring abgedichtet. Für den Prop habe ich einen PropShop Propeller gewählt. Den habe ich ein wenig dem Rumpf angepasst und mit 2 Madenschrauben auf der Welle fixiert. Da ich von Manni Modellpläne in 1:1 bekommen habe, brauchte ich die Umrisse der Ruder nur zu übernehmen und aus Makrolon auszusägen. Die Anlenkung geschieht, wie gewohnt, mit Edelstahldraht und Moosgummi Abdichtung. Lothar Mentz gab mir den Tip, unter dem Boot einen Kiel vorzusehen. Erstens wird der Schwerpunkt schön tief gelegt, und zweitens schützt der Kiel den Druckkörper vor Beschädigung wenn der Rumpf mal auf Grund aufsetzt.Als Material habe ich hier ein Flacheisen aus 25*10 mm Edelstahl angebracht. Das Flacheisen ist mit dem Rumpf verschraubt und mit Epoxy verklebt. Der Turm (Segel) hat ein Fundament aus Platinenmaterial und ist abschraubbar. Das Oberdeck ist ebenfalls über 2 Schrauben zu entfernen. Unter dem Oberdeck sind die Arretiermechanismen für Bug und Heckteil versteckt. Ausserdem ist hier die Mechanik zur Ansteuerung der Turmruder untergebracht. Dieses Servo ist in einer wasserdichten Box aus Platinenmaterial eingebaut und wirkt, mit einer Stopfbuchse abgedichtet, über Gestänge und Winkel auf die Turmruder.Die nautische Beleuchtung (BB, StB und Hecklaterne) und die Kontroll LED der elektronischen Geradeauslaufstabilisierung sind eben falls im Turm eingebaut. Die Zuleitungen werden über Edelstahlschrauben und einem Stecker aus der Computerbranche auf das Technikgerüst geführt. Ursprünglich wurden alle Rumpfteile über eine zentrale Schraube miteinander verbunden. Die wurde allerdings zugunsten eines Minimalbajonettes verworfen. Hierbei wird das Bugteil zum Verschließen in 2 Haltenasen verdreht. Schön gedacht, allerdings stellte sich während des praktischen Betriebes heraus, dass es sehr unsicher ist nur die Teile ineinander zu drehen. Da dieses Minimalbajonett recht wenig Reibung hat wäre ein versehendlicher Rempler unter Wasser mit einem anderen Boot fatal gewesen. Ich entschied mich dann doch wieder für die Lösung mit der zentralen Schraube. Die sehr gutmütigen Fahreigenschaften überzeugten nicht nur mich, und so beschloß ich das Boot ein wenig umzubauen.

MODIFIZIERUNGEN

Eine Querlageregelung verlangte getrennte Tiefenruder. Bei der Gelegenheit wurden die Makrolonruder gegen 8mm VollGFK Ruder ausgetauscht. Das Seitenruderservo fand einenneuen Platz direkt im Heckstück. Auch wurde der Fahrregler dorthin verfrachtet. Der frei werdende Platz wurde mit Querregler und Mischer aufgefüllt. Nun bleibt das Boot bei Kurvenfahrten nahezu aufrecht. Damit die Kurvenfahrten möglichst zügig absolviert werden konnten, spendierte ich gleich eine Zelle für den Fahrakku mehr. Bei diesem Boot habe ich erstmals ein Bugstrahlruder eingebaut. Hierfür wählte ich eine Zahnradpumpe von Conrad. Die ist zwar weder Scale noch schmeißt die das Boot herum aber der Effekt ist schon prima. Man kann auf der Stelle drehen und so direkt vom Steg ablegen ohne erst mühsam herum zu manövrieren. Auch diese Pumpe wird vom 16 Kanal Schalter gesteuert. Leider ist das Failsafe Verhalten des Schalters recht schlecht. Es kann sein das bei Funkstörungen die Ausgänge manchmal eingeschaltet werden."Lebenswichtige" Funktionen sollten also nicht damit geschaltet werden. Leider verstellt sich dabei manchmal auch die Akkuverschiebung, sodass das Boot aus dem Trimm kommt und man manuell nachtrimmen muß. Also wurde eine proportionale Regelung für die Akkuverschiebung direkt mit eingebaut. Die kann über den 16 Kanal Schalter zusätzlich abgeschaltet werden. Damit wird evtl. Brummen des Stellmotores unterdrückt. Als Beleuchtung habe ich zusätzlich noch eine kleine Halogenlampe in ein wasserdichtes Gehäuse eingebaut und in den Bug verfrachtet. Verschlossen wird die Lampe mit einem kleinen Drehteil. So ist tagsüber nichts davon zu sehen. Im Turm sitzt in einem wasserdichten Behälter eine Blitzleuchte. Es ist ein Bausatz von Conrad, der in einem Aluminium Zylinder wasserdicht vepackt wurde. Interessant ist die Tatsache, dass man die Blitzlichtröhre ebenfalls komplett wassserdicht vergiessen muss. Versuche ohne Isolierung zeigten, dass sobald die Röhre unter Wasser ist, das Blitzen sofort aufhört. Ich habe daraufhin die Röhre in Klarsichtharz vergossen. Den Klotz noch kurz beigeschliffen, auf den Deckel des Behälters geklebt und schon klappte es wunderbar. Alle Funktionen laufen wieder über den 16 Kanal Schalter. Allerdings habe ich eine Failsafe Schaltung in Form eines abgespeckten 2Kanal Schalters dazwischen geschaltet. Die gleiche Elektronik, die die Pumpe steuert, wurde hier nur als Failsafe Erkennung mißbraucht. Sollte nun das Empfängersignal wegfallen schaltet sich gleichzeitig Halogenlampe und Blitzlicht im Turm ein. Das sollte im Fall der Fälle wohl wirklich jeder Taucher sehen! Ein Tauchversuch im Fühlinger See, der recht klar ist, zeigte allerdings, dass in ca 8m Tiefe die Lampe nicht mehr von oben zu erkennen ist. Wie bereits weiter vorne erwähnt sind auch die Turmruder funktionsfähig. Auch diese Ruder sind aus Voll GFK. Leider ist ihre Wirkung so gut wie nicht vorhanden. Selbst mit voll angestellten Rudern lässt sich das Boot nicht unter Wasser drücken. Es ist also mehr ein optisches Gimmick. Anfangs wollte ich noch Ausfahrgeräte in den Turm einbauen. Das habe ich allerdings aus verschiedenen Gründen verworfen. Ich zog es vor die Blitzelektronik in den Turm einzubauen. Da fiel der Platz weg. Vielleicht werde ich die Ausfahrgeräte ja in mein 212 einbauen.

Aber das ist eine andere Geschichte

Bilder

Leider habe ich nur noch Screenshots aus dem damaligen SONAR Beitrag, die originalen (Chemie) Bilder sind im Laufe der Jahre verloren gegangen.