Cords 212 von 2017

Im September 2017 habe ich eine angefangene 212 von Cord Schröder übernommen. Er hat das Hobby leider aufgegeben und einige Versuche, das Boot zu verkaufen, scheiterten. Dabei war es den Bildern nach nicht unansehnlich und schon ziemlich weit fortgeschritten.

Bei einer Länge von gut einem Meter sollte das Boot später um die 10 kg wiegen, eine handliche Grösse also. Der Rumpf basierte auf dem üblichen Kanalrohr. Aufbauten, Bug und Heck hatte er aus einer Einweg Form gebaut und sehr sauber ausgeführt. Die Ruder waren bereits installiert, genau so wie die Motorwelle samt Stevenrohr. Außerdem waren Tank mit Steuerung, Motor, Servos, Verschlussringe und das Technikgerüst als solches schon fertig. Alles in Allem waren dem ersten Anschein nach vielleicht noch 20-30% der Arbeiten zu machen. Da ich vor über 16 Jahren schon mal so ein Boot gebaut habe und es mir eigentlich gut gefallen hat, habe ich Cord angeboten das Boot fertig zu bauen. Der Plan war dann das Boot zu verkaufen und den Erlös zu halbieren.

Er versprach, bei einem der nächsten monatlichen Dienstagstreffen zu kommen und tatsächlich, er hielt Wort. Bei der ersten, neugierigen Inspektion konnte man schon sehen, dass der Bau des Bootes in der Tat sehr weit fortgeschritten war. Eine erste Wasserung sollte also in nicht allzu ferner Zukunft möglich sein.

Zuerst habe ich damit begonnen, mich um einige Drehteile und die Dichtungen der Motorwelle und Anlenkung der Ruder zu kümmern. Ich hatte mit Cord vereinbart, dass das Boot mit einer zentralen Schraube im Bug verschlossen werden sollte. Die Dichtringe waren als Steckringe ausgeführt, also kein Bajonett Verschluss. 

 

Das Drehteil für den Bugverschluss habe ich aus Messing gefertigt. Es nimmt eine M5 Edelstahlschraube mit Schaft und einen Simmerring auf. Das Drehteil besitzt einen Flansch und 3 M3 Gewinde mit denen es zusätzlich noch mit dem Bug verschraubt wird. Eine ordentliche Portion Endfest verklebt und dichtet alles. Damit das Drehteil auch zentrisch im Bug ist, habe ich es mit einer eingeschraubten Gewindestange ausgerichtet bis der Kleber ausgehärtet war. Die versenkten M3 Schrauben sorgen zusätzlich nochmal für Verbindung.

Zwischendurch habe ich die Anlenkstangen Servo/Ruder komplettiert und auf Maß gebracht. dazu wurde das Technikgerüst provisorisch zusammengebaut und mit dem Heck verschraubt. Nun konnte das benötigte Maß abgenommen und auf die Anlenkstangen übertragen werden. Mit ein wenig Kleber habe ich auch gleich noch mittig eine Wasserkupplung eingeklebt über die später der Tauchtank mit Wasser versorgt wird.

 

Beim Zusammenbau und einschieben des Technikgerüstes in den Druckkörper musste ich feststellen, dass ein Spant unnötig schwergängig ins Rohr ging. Bevor ich jetzt alles auseinander schaube habe ich kurzerhand den Abschnitt in die Drehbank eingespannt, die Motorwelle habe ich zwecks Abstützung in das Bohrfutter gespannt. So konnte (mit viel Gottvertrauen) der Spant durch leichtes überdrehen auf Maß gebracht werden. Hat gut geklappt.Einen ersten Rückschlag habe ich beim Abdichten der Ruder hinnehmen müssen. Die mitgelieferten O-Ringe passten so gar nicht. Cord hatte zwei Größen mit dazu gelegt, 6 und 8 mm Außendurchmesser. Da ich die Bohrung in den Ruderkokern nicht mehr einsehen konnte habe ich mit den 8 mm angefangen, aber die passten überhaupt nicht. Mit den 6 mm Ringen gings besser, aber den Ring mit einem langen Werkzeug und reichlich Fett in den Koker einstecken, dann das Ruder hinterher schieben und dann noch den Stellring einfädeln ging nicht wirklich einfach. Ich habe für ein Ruder über eine Stunde gebraucht ohne die zahllosen Versuche bei den anderen Rudern mitgerechnet. Irgendwann hatte ich die Nase voll und kurzerhand alle Ruderkoker mit Hilfe eines Lötkolbens aus den Verklebungen gedrückt. Weil es so gut ging habe ich auch gleich das Stevenrohr samt Welle wieder entfernt damit ich besser an die Ruderkoker komme. 

Die Bohrung für den O-Ring stellte sich als 5,8 mm Sackloch heraus. Da ich von diesen O-Ringen nur noch 2 Stück hatte, die 7,6 mm Variante aber zahlreicher vertreten war, habe ich Samstag Nacht um 1 noch mal schnell die Ruderkoker auf 8 mm aufgedreht. Nun passen auch die grösseren Ringe und sind leichter zu tauschen. In einem Zuge wurde auch das wasserseitige kleine 5x10 Kugellager im Stevenrohr gegen eine 13 mm Variante getauscht. Lag aber nur daran, dass beim Ausbau das originale 10 mm Lager gelitten hatte und kein gleichgrosser Ersatz greifbar war...

Nachdem das Stevenrohr nun  zusammengebaut war konnte es wieder zusammen mit den Ruderkokern eingeklebt werden.  Jetzt konnten endlich die O-Ringe mit etwas Fett in die Ruderkoker gedrückt werden. Die Ruder glitten von ganz alleine in die Dichtungen und innerhalb kurzer Zeit waren die Ruder inklusive Anlenkungsstangen montiert.

Als nächstes wurde der Fahrakku in Angriff genommen. Eigentlich habe ich einen 4s1p Lipo Akku einbauen wollen, habe aber auf 2x 4s1p LiFePo umgeschwenkt weil ich die Akkus noch liegen hatte. Die Akkus wurden einzeln konfiguriert und können so separat geladen oder ggfs getauscht werden. In dem Zusammenhang mussten auch die beiden vorderen Spanten umgezeichnet und gefräst werden. Ich hätte zwar, wie ursprünglich vorgesehen, die Akkus im Bug unterbringen können, wollte hier aber noch Platz für ein Bugstrahlruder lassen. Hatte ich im ersten Boot auch und hat mir von der Funktion her gut gefallen. Zusammen mit den Akkus hätte ich das aber nie untergebracht, also musste etwas weichen.

 

Gleichzeitig habe ich auch den Kolbentank etwas überarbeitet. Keine Ahnung, ob Magnete beim Transport abgefallen sind oder nie montiert waren, ist auch egal. Auf jeden Fall war nur noch ein Magnet vorhanden. Ich habe eine kleine Scheibe aus GFK gezeichnet, in die 8 Magnete und ein paar Bohrungen zur Befestigung auf dem Zahnrad vorgesehen waren. Nachdem die Magnete eingepresst waren, wurde die Scheibe auf dem Zahnrad befestigt und alles wieder zusammen gebaut.

Die Elektronik

Um das Boot einzuschalten habe ich eine Platine entworfen auf der sich ein 3A BEC Schaltregler sowie ein elektronischer Ein/Ausschalter befindet:

https://www.rc-sub.de/analoge-elektronik/magnetischer-ein-ausschalter/

Die restliche Elektronik hielt sich in Grenzen. Ei schon betagter Tiefenregler von Canditt fand sich noch in der Schublade, ebenso ein Corona Empfänger von Hobby King. Für das Mischen der X-Ruder hatte ich noch eine alte Mischer Platine gefunden welche verbaut wurde. Alles konnte nun verdrahtet und zum ersten Mal mit Spannung versorgt werden. Naja, es gab dann noch einen Kurzschluss der zur spontanen Disintegration einer unschuldigen Kabelisolation führte, aber auch dieser Fehler wurde schnell behoben. Nun zeigte sich allerdings, dass der von Cord verwendete Motor, ein Roxxy 5055/45, reichlich wenig Umdrehungen machte. Das studium des Datenblattes ergab etwas von 100 UpM/V. Jetzt wusste ich auch, was Cord mit Langsamläufer meinte. Nun ja, Ersatz gab es auf die Schnelle nicht, und die Jungfernfahrt in Bochum Werne stand an und sollte nicht versäumt werden. Der Motor wurde also erstmal nach hinten verschoben.

 

Das kleine Mischerplatinchen funktionierte auch noch tadellos, allerdings mussten zwei Servos umgepolt werden. Da ich dies ungern mit einer zusätzlichen Elektronik mache, mussten die entsprechenden Servos ausgebaut und demontiert werden. Zum umpolen eines Servos muss man eigentlich nur die beiden äusseren Drähte des Potis vertauscht und der Motor um 180° gedreht werden, das ist alles. Bei den verwendeten DS8077 von Graupner muss man allerdings aufpassen, dass man die Kontakte beim auslöten des Motors aus der Platine nicht zu stark erwärmt und schnell arbeitet. Das dort in der Nähe befindliche Lager der Motorwelle ist äusserst delikat aufgebaut und verträgt keine große Wärme. Auf diese Art habe ich schon ein flammneues Servo geschrottet...

Ein Tag vor dem Treffen in Bochum Werne habe ich dann noch einmal richtig Gas gegeben um das Boot am darauf folgenden Sonntag ins Wasser zu bekommen.

Ein Druckluftstutzen wurde ins Oberdeck eingebaut um später mittels eines Schlauches Luft ins Boot zu pumpen. Auf diese Weise habe ich sofort Überdruck und nicht erst wenn sich der Kolbentank füllt. Weiterhin wurde in Bug und Heck prophylaktisch schon Blei eingebaut. Ich hatte noch ein paar Brocken liegen die bereits in handliche Stücke gegossen waren, davon wurden im Heck knapp 400 g und im Bug um die 300 g versenkt. Vorne erstmal etwas weniger, ich wollte mir nicht die Oberfläche des Buginneren mit Heisskleber versauen. Da muss später noch ein Bugstrahlruder rein!

Gegen 01.00 morgens fiel mir dann noch auf, dass ich noch gar keine O-Ring Dichtung eingebaut hatte. Schnell wurde die mitgelieferte 2,5 mm Schnur auf Länge abgeschnitten, verklebt und eingesetzt. Ein anschliessendes zusammenschieben des Rumpfes offenbarte aber, dass dentweder die O-Ring Nut zu tief eingestochen, oder der ins Rohr eingeklebte Aluring zu gross ausgedreht war. Wie auch immer, ich habs nicht weiter erforscht und die Ringe aus 3 mm Schnur hergestellt. Das passte dann zwar nur spack in die Nut, dichtete das Boot aber auf den ersten Blick deutlich besser ab. So gerüstet gings erstmal um 01.30 ins Bett, der Wecker sollte schon um 08.00 wieder klingeln.

 

In Werne angekommen wurde das Boot als erstes mit dem Schlauch und dem Druckluftnippel per Mund auf Überdruck gebracht. Einige Luftblasen traten am Heck in Höhe des eingeklebten Stevenrohres auf. Kein Problem, lässt sich beheben. Andere Luftblasen zeigten sich nirgends. Super, ein erster Erfolg.

Nun folgte das austarieren mit Blei. Wieder und wieder wurde das Boot aus dem Wasser genommen, provisorisch mit Blei beklebt und wieder eingesetzt. Leider funktionierte die Tauchtankelektronik nicht ordnungsgemäss. Am Tag vorher hatte sie noch tadellos funktioniert, nun hatte sie nur Fehler. Kein Failsafe und keine zuverlässige Funktion. Der Kolben hielt wo er wollte und nutzte nicht den vollen Weg.

Ich habe den Tank dann ausser Betrieb genommen und das Boot so lange beschwert bis das Boot kaum noch Auftrieb hatte. So konnte ich zumindest ein wenig mit dem Boot fahren. Wie zu erwarten verringerte sich der Wendekreis unter Wasser dramatisch auf etwas über ein Meter! 

Leider zeigte sich auch, dass sich meine Vermutung bezüglich der Geschwindigkeit bewahrheitete. Der Ausdruck "Schnecke am Berg" wurde neu definiert. 100 UpM/V ist eindeutig zu wenig!

In der darauf folgenden Woche wurden Verbesserungen und Veränderungen am Boot vorgenommen. Als erstes musste das Blei an die in Werne ermittelten Positionen gebracht werden. Das provisorisch mit Klebeband fixierte Blei wurde entfernt, gewogen und alles auf einer extra dafür neu erworbenen Herdplatte geschmolzen. Aus Alu Profilen wurde eine schnelle Form erstellt und in die das geschmolzene Blei gegossen. Da dies eine hochgiftige Angelegenheit ist musste das draussen geschehen. So konnten unterm Tank die ersten 1,6 kg Blei verstaut werden. Unter der RC Platte wurden nochmal einige Gramm mit Heisskleber befestigt. Den Kiel des Bootes habe ich aus einem 20*9 mm Flacheisen nachgebildet und mit faserverstärktem Baukleber ans vorher aufgerauhte Rohr geklebt. Dabei wurde immer wieder die korrekte Position zum Turm kontrolliert. Wie so oft habe ich alles nur per Augenmaß gemacht und wie so oft habe ich mich geärgert, dass ich keine Bezugsmarken auf den Rumpf geklebt habe. Ist aber gut geworden, und beim nächsten Mal wirds besser. (Vielleicht...)

Die Tauchtankelektonik hatte in Werne gesponnen, also wurde sie durch eine neuere Version ausgetauscht. Leider war die Platine länger als die alte, also musste die Halterung angepasst werden. Hierbei wurden direkt Kabelwege optimiert und gekürzt.

Um die Spannungslage der Akkus zu überwachen habe ich eine der bewährten Spannungswächterplatinen aufgebaut:

https://www.rc-sub.de/analoge-elektronik/spannungs%C3%BCberwachung-f%C3%BCr-a123-zellen/

 

Ein kleines Manko war bisher das verdrehen des Rumpfes beim zusammenschieben. Damit dies in Zukunft nicht mehr passiert wurden aus einem Stück Messingrohr und einem 5 mm Edelstahldraht ein Dorn mit passendem Gegenstück gefertigt und mittig auf der Trennstelle Heck/Mittelteil platziert und mit reichlich faserverstärktem Endfest verklebt. Nun ist Heck und Mittelteil eindeutig zueinander ineinander steckbar.

Es wurde auch der viel zu langsame Motor entfernt. Klar, mit dem alten Motor gings vorbildgetreu, aber schwache Schrittgeschwindigkeit bei Vollgas ist mir zu wenig.

Der neue Motor, ein 4830-420 von Hobbyking versprach da etwas mehr Performance. Ich hatte den mal für ein anderes Boot gekauft und beim entfernen der 6 mm Welle die Glocke etwas verbogen. Dann wie so oft die Lust daran verloren und den Motor in die Schublade gelegt. Nun musste also der Motor erstmal repariert und die fehlende Welle ersetzt werden. Ich hatte noch ein Stück geschliffene und gehärtete Welle, die solllte dafür gut genug sein. Zumindest passte sie sehr saugend durch die Kugellager des Motors, ein gutes Zeichen. Nun wurde sie mit Loctite in die Glocke geklebt. Eine Schraubverbindung war nicht mehr möglich, die alte Madenschraube war unbrauchbar und steckte noch in der Glocke, unmöglich sie zu entfernen. Nachdem die Verklebung ausgehärtet war zeigte sich, dass die Glocke gegenüber der Achse leicht verzogen war. Das konnte durch ein wenig sanfte Gewalt an der richtigen Stelle wieder behoben werden. Nun musste hierfür ein neuer Spant  gefräst werden damit der Motor wieder an seinen vorbestimmten Platz konnte. Hierbei war zu beachten, dass der Abstand zur fest montierten Welle im Heck eingehalten wurde. Ansonsten hätten die beiden Hälften der Hochlastkupplung entweder zuwenig oder zuviel Abstand gehabt, beides ist schlecht für die Lebensdauer des verbindenden Gummielementes. Gleichzeitig mit den neuen Motor musste auch ein etwas kräftigerer Drehzahlsteller her. Der "alte" ging nur bis 18 A, da war mir zuwenig Reserve. Ich habe einen umgeflashten Afro Regler mit 30 A genommen, der funktioniert ebenso gut wie der Roxxy Regler, ist aber besser, kräftiger und wesentlich preiswerter.

Am Abend vor dem letzten Treffen des Jahres in Marl wurde der Bauabschnitt fertig gestellt sodass in Marl ein weiterer Fahrtest stattfinden konnte. Am nächsten Tag war ich kaum angekommen als ich schon das Boot in Wasser warf. Bis auf eine leichte Hecklastigkeit und etwas zuviel Auftrieb war die eingebaute Menge Blei perfekt getroffen. Ich habe noch auf die Schnelle ein paar Gramm Blei im Heck mit einem grossen Seitenschneider abgeschnitten und das Bleistück wieder eingeklebt. Danach fuhr das Boot perfekt! Der schon sehr betagte Tiefenregler funktionierte wie üblich ohne grosses Einstellen. Am Sender hatte ich einen Schalter so programmiert, dass er in der einen Stellung den Drehzahlsteller auf 65% begrenzt, während in der anderen Stellung der Drehzahlsteller voll aufgedreht ist.

Das Boot ist bei 65% schon sehr schnell und völlig ausreichend. Zwar nicht mehr scale, aber so machte es mehr Spaß. Bei 100% Leistung ist das Boot sehr flott unterwegs, hier muss der Tiefenregler noch optimiert werden. Ansonsten waren nur kleine Korrekturen an der Trimmung für Tiefe und Seite notwendig. Ein Tieftauchtest im Sprungbecken verlief ohne probleme, das Boot ist dicht und der Empfang war noch gegeben. Auch Failsafe funktionierte wie gewünscht. Mit anderen Worten, der Tag war ein voller Erfolg!

Ich habe dann am gleichen Tag noch den Entschluss gefasst das Boot selbst für mich zu behalten und Cord die gewünschte Summe überwiesen.

Nun konnte weiter gemacht werden. Als nächstes stand eine Erhöhung der Akkukapazität auf dem Plan. Weniger Blei, dafür mehr Strom war die Devise. Ein dritter Akkupack wurde vorbereitet und die dazu benötigten Spanten modifiziert.

 

Durch geschickte Platzaufteilung ergab sich noch ein wenig freier Platz unterhalb der Akkus. Hier mussten etwas über 1,6 kg Blei unter gebracht werden. Der dritte Akku wog 300 g die ich noch vom Ballast abziehen konnte, blieben also noch 1,3 kg Blei über. Das sollte verschiebbar gelagert werden um einen Feintrimm per Funke zu ermöglichen. Das dazu benötigte Servo war dann nicht mehr so leicht unter zu bringen. In der Elektroniksektion war aber noch etwas Platz, mit einem passend gefrästen Befestigungsspant aus GFK konnte das Servo gerade eben noch eingebaut werden. Verbunden wurden Servos und Blei mit einem Bowdenzug aus dem Flugmodellbau der zwecks geringerer Reibung in grossen Radien verlegt wurde.

Dadurch, dass der Tauchtank auf der Mittellinie im Druckkörper sitzt, wird viel Platz um den Tank herum verschenkt. In meiner alten 212 war der Tank oberhalb der Mittellinie platziert, sodass darunter noch Akkus montiert werden konnten. Das war meiner Meinung nach die bessere Lösung, aber nun war es halt anders gelöst und sollte auch erstmal so bleiben.

Der nächste Schritt war das Bugstrahluder. Für das 212 wollte ich was selbstgebautes und nichts fertig gekauftes. Das Gehäuse besteht aus Kohlefaserrohr mit 34 mm Aussendurchmesser bei 1 mm Wandstärke. Mit Hilfe einer Raspel habe ich einen Ausschnitt für das tangential angeordnete Auslassrohr gefeilt und dieses mit Endfest eingeklebt. Nun wurden im Zeichenprogramm die notwendigen Teile gezeichnet, Deckel, Flansch und 3blättriger Propeller. Alle Teile wurden miteinander verklebt und der Motor aufgeschraubt. Der Motor ist ein 2824-34 mit verlängerter Welle der noch übrig war. Abgedichtet ist die Welle mit einem Simmerring und die Befestigungsschrauben mit kleinen O-Ringen.

Nachdem das überschüssige Material des Auslassrohrs in der Pumpenkammer entfernt wurde, konnten Deckel und Flansch auf die Pumpenkammer aufgeklebt werden. Ein zusätzlicher Distanzring auf der Flanschseite diente beim Zusammenbau als Abstandshalter für den später einzusetzenden O-Ring der das Gehäuse abdichtet. Bald war das Bugstrahlruder als Bauteil fertig zum Einbau in den Bug.

 

War ja klar, ich hatte vergessen zu überprüfen, ob ich mit der zentralen Befestigungsschraube überhaupt am Pumpengehäuse vorbei komme. Kam ich natürlich nicht...

Problem war hier der ziemlich massive Steckring aus Alu, den Cord mit viel Mühe und Aufwand gedreht hatte. Der Innendurchmesser war zu klein um später noch problemlos das Gehäuse mittels Steckschlüssel zu öffnen. Also musste der Steckring ausgedreht werden, das war natürlich bei einem eingeklebten Ring kaum möglich. Also musste der Ring raus, erneuter Einsatz für meine Herdplatte. Da wurde der Bug solange draufgestellt bis die Klebung nachgab und der Aluring heraus gezogen werden konnte. Nun konnten überflüssige Millimeter aus dem Ring gedreht werden.

In dem Zusammenhang wurde auch die dummerweise etwas aussermittig angeordnete Verschlusschraube ausgebaut und später wieder eingeklebt. Diesmal aber mittig...

 

 

Nachdem der Ring auf Maß gebracht wurde konnten die Durchbrüche für das Bugstrahlruder gebohrt werden. Natürlich zuerst einmal an der falschen Stelle, aber wofür gibts denn Harz zum ausbessern??? Die Auslassrohre wurde mit ein wenig Übermaß gekürzt und das Bugstrahlrudergehäuse mit einem Tropfen Sekundenkleber angepunktet. Nun konnte das Gehäuse und gleichzeitig auch der Verschlussring wieder eingeklebt werden. Ich habe das in einem Abwasch erledigt. Der Ring war vorher nicht ganz winklig im Bug eingeklebt, das hatte auch zu der aussermittigen Verschlussschraube geführt. Damit das nun nicht wieder passiert habe ich das Bugteil in die Drehbank eingespannt und mit einem kugelgelagerten Rad ausgerichtet. 

Nachdem das Drehteil für die Verschlussschraube an seinem Platz war, konnte die Pumpe im Bug zusammengebaut werden. Um das Dingen aus den Füßen zu haben habe ich den umgeflashten 20 A Afro Regler für das Bugstrahlruder direkt aufs Gehäuse geklebt.

 

 

Demnächst gehts weiter